Staad und sicher durch den Winter

Die angeblich „staade“ Zeit zieht bei vielen weitgehend unbemerkt vorüber: nach Umbau/ Renovierung in den letzten Wochen gilt nun alle Aufmerksamkeit den anstehenden Feiern und Veranstaltungen und es gilt – vor allem in der Ferienhotellerie – alles für den zum Jahreswechsel anstehenden Gästeansturm vorzubereiten.

 

Zeit, sich über den Versicherungsschutz Gedanken zu machen um sicher durch den Winter zu kommen, bleibt da wenig. Daher einige Basics als Gedächtnisstütze:

 

Auch wenn die Technik mittlerweile sogar Kerzenflackern simuliert: die Gemütlichkeit echten Kerzenlichts bleibt – zumindest gefühlt – unerreicht. Gemütlichkeit darf aber niemals die Sicherheit überlagern – erst recht nicht in Gebäuden mit häufig mehreren hundert Gästen. Eine hundertprozentige Beaufsichtigung potenzieller Gefahrenstellen sicherzustellen erscheint unrealistisch. Echter Kerzenschein sollte daher in einem Hotel unter allen Umständen tabu sein. Auch der Gast darf im Zimmer nicht durch Zurverfügungstellung einschlägiger Utensilien zu unnötigen Sicherheitsrisiken verleitet werden. Abgesehen von strafrechtlichen Folgen würde man im Schadensfall schnell mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit konfrontiert.

 

Beim Feuerwerk werden selbst Väter schnell zu Kindern. Und trotz aller Vorsicht kommt es regelmäßig zu dramatischen Feuerwerksunfällen mit erheblichen Personen-/Sachschäden. Veranstalten Sie als Gastgeber ein Feuerwerk, ist die Beauftragung professioneller Pyrotechniker und das Einholen behördlicher Genehmigungen unabdingbar. Häufig wird aber auch das Abfeuern von Sylvesterraketen der Gäste geduldet. In beiden Fällen können Sie bei Unfällen in die Haftung kommen. Tatsächlich sehen aber die wenigsten Hotelhaftpflichtpolicen für solche Schäden eine Deckung vor.

 

Winterdienst ist selbstverständlich in vernünftigem bzw. gefordertem Umfang nachzukommen. Gleiches gilt für die Sicherung von Gefahrenstellen wie Dächern/Dachrinnen in Bezug auf Dachlawinen und Eisfall. Kommt trotzdem jemand zu Schaden, wird die Hotelhaftpflicht leisten – unabhängig davon, in welchem Umfang Sie Ihren Pflichten tatsächlich nachgekommen sind. Bei zu hohen Schneelasten auf dem Dach (Schneedruck) ist übrigens trotz vorhandener Elementarschadensversicherung eine Dachräumung zu veranlassen.

 

Für nicht bewohnte Gebäudeteile (auch bei Betriebsferien) sind bei Minusgraden eine Grundbeheizung sowie regelmäßige Kontrollgänge sicherzustellen und/oder sämtliche Zuleitungsrohre (auch im Außenbereich) ordnungsgemäß zu entleeren. Die Rechtsprechung fordert hier i.d.R. wenigstens 48-h-Intervalle.

 

Wenn Sie Ski, Schlitten, Schneeschuhe an Gäste verleihen sind Sie unabhängig vom Entgelt für deren ordnungsgemäßen Zustand verantwortlich und haften ggf. auch für Schäden, die aufgrund von Mängeln entstehen. Da übliche Standardwerke dafür keinen Versicherungsschutz vorsehen, ist der Deckungsumfang der Hotelhaftpflichtpolice entsprechend anzupassen. Bei Aufbewahrung von gästeeigenen Equipment (z.B. im allgemein zugänglichen Skikeller) ist die Haftung bei Verlust/Beschädigung generell problematisch. Es empfiehlt sich, die Gäste darauf unmissverständlich hinzuweisen und ggf. den Abschluss einer Wintersportversicherung zu empfehlen.

 

Ein letzter Hinweis zum selbst durchgeführten Shuttleservice auf die Piste: Gästetransfers sind ausschließlich mit solchen PKW unproblematisch, die bauartbedingt (inclusive Fahrer) max. 6 Personen Platz bieten. Kleinbusse mit üblicherweise mindestens 8 – 9 Sitzplätzen sind damit grundsätzlich genehmigungspflichtig.