Betriebsrentenstärkungsgesetz – ein Imagegewinn

BetriebsrentenstärkungsgesetzDass sich die Löhne in der Hotellerie auf niedrigem Niveau bewegen ist kein Geheimnis. Personalmangel ist und bleibt das Thema Nummer Eins. Arbeitnehmer in Hotellerie und Gastronomie „überleben“ häufig nur durch steuer- und sozialversicherungsfreie Feiertags- und Nachtzuschläge. Haken an dieser Gehaltsstruktur: bei Krankheit, Berufs-/Erwerbsunfähigkeit oder Altersrente bleiben diese Gehaltsteile unberücksichtigt.

Während Geringverdiener in Irland, Dänemark oder den Niederlanden gemäß einer OECD-Studie (2015) derzeit Rentenhöhen auf Ihrem bisherigen Einkommen ausgehen dürfen, liegt Deutschland mit 50% mit Ländern wie Chile oder Mexiko am unteren Rand der Rentenskala. Auch die neue Bundesregierung wird die gesetzliche Rente nicht beflügeln können.

Allerdings wurde mit dem seit 01.01.18 geltenden Betriebsrentenstärkungsgesetz die Betriebliche Altersvorsorge in kleinen und mittleren Unternehmen und speziell eben für Geringverdiener forciert:

  • Gezielte Förderung von Arbeitnehmern mit Bruttoeinkommen bis 2.200 EUR / Monat: bei Einrichtung einer betriebliche Altersversorgung (z.B. Direktversicherung) erhält der Arbeitgeber eine staatliche Förderung von 30% auf max. 480 EUR eingezahlte Beiträge im Jahr.
  • Verpflichtende Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis ab 2019: eingesparte SV-Beiträge sind vom Arbeitgeber mit wenigstens 15% weiterzuleiten (Altverträge ab 2022).
  • Automatisiertes Aufnahmeverfahren (Opting out): alle Mitarbeiter sind in betriebliche BAV-Modelle zu integrieren. Nur wer aktiv widerspricht, nimmt nicht daran teil.
  • Erhöhte Freibeträge im Rentenbezug: monatliche Renten bis 208 EUR bleiben künftig steuerlich unberücksichtigt: Auf BAV-Riester-Verträge (auch bestehende) müssen in der Rentenphase keine SV-Beiträge mehr gezahlt werden. Gleichzeitig wird die Zulage auf 175 EUR jährlich erhöht.
  • Fehlbeiträge in der BAV können nachgeholt werden: wegen Elternzeit, Pflegezeiten für Angehörige etc. fehlende Beiträge können bis zum Ende des folgenden Jahres nachgezahlt werden.

Neben passenden Inhalten, geht es also wie so oft um die richtige Verpackung:

  • Fakten und Zahlen allein sind weder für Arbeitgeber noch für Arbeitnehmer motivierend.
  • Arbeitnehmer, der häufig nicht über den nächsten Monat hinausplanen kann, muss seinen Gehaltsverzicht zwangsweise so gering wie möglich halten und idealerweise über einen sofortigen Benefit verfügen.
  • Arbeitgeber möchten Sie gewinnbringend und langfristig in motiviertes Personal investieren.

Neben der Nutzung sämtlicher staatlicher Förderungen sind auch ergebnisbeeinflussende Kostenstrukturen zu berücksichtigen: hohe Abschlussprovisionen für Berater sind häufig nicht geeignet, so langfristige Projekte zu begleiten. Auswahl individueller Konzepte, Einbindung bereits vorhandener Verträge, Erstellung von Versorgungszusagen und langfristige administrative Begleitung sollten Sie in die Hände professioneller Branchenspezialisten legen.